Interview mit Sitzungspräsident der TS-Fastnacht Max Auth

Die Turnerschaft feiert im Jahr 2020 ihr 125-jähriges Vereinsjubiläum. Eröffnet werden die Feierlichkeiten mit den Höhepunkten der TS-Fastnachtskampagne. Eine ganz besondere Veränderung an der Spitze erfährt die Tanz und Spaß-Sitzung am 15.02.2020. Max Auth, der neue Sitzungspräsident der TS-Fastnacht, Nachfolger von Thomas Gotta, fiebert dem 15. Februar sicher am meisten entgegen. Es ist der endgültige Startschuss in seine Präsidentenzeit. Eine Gelegenheit, ihn besser kennenzulernen und den Mitgliedern, sowie der Presse vorzustellen.

Max Auth ist 23 Jahre alt und wurde im närrischen Dieburg geboren. Bei der TS war er quasi seit seiner Geburt eingebunden und so gelangte er auch schnell an die rot-weiße Fastnacht. Noch bevor er zur Schule ging, stand er mit seinen Freunden als „Fastnachtssänger“ auf der Bühne der Kindersitzung. Von der Playback-Show zog es ihn und seinen Kompagnon Philipp Köhl aber in die Bütt und somit auch früher oder später auf die Fremdensitzung. Dort auch zwischendurch als Büttenschieber aktiv, wurden beide in den TS-Elferrat aufgenommen, kamen in die Abteilungsleitung und Max nun an die Spitze der TS-Narrenschar. Dort tritt er auch ein Familienerbe an, standen doch sein Opa Franz, sowie sein Vater Klaus Auth schon mit der Feder am Hut inzwischen von 10 Elferräten. Neben der Fastnacht arbeitet der Halb-Spanier als studierter Hotelassistent im Achat Premium Frankfurt/Egelsbach. Neben dem Karneval zählen Fußball und Geselligkeit unter Freunden zu seinen absoluten Hobbys. Damit der Weg nach der Sitzung nicht zu weit ist, wohnt er quasi hinter der Rot Scheiern und vorm Sportplatz in der Mainstraße. Er durfte sich nun acht Fragen der Redaktion stellen.

1. Erstmal zu den Anfängen – Wie kamst du zur Fastnacht bei der TS und war es schon damals ein Traum von dir, mal Präsident zu werden?

M. Auth: Ich hatte keine andere Wahl (lacht). Ich habe als Kind viel von der Fastnacht mitbekommen, bin ja auch in einer echten Vereinsfamilie aufgewachsen. Die Fastnacht war bei uns daheim immer ein Thema und da ich vor allem meinen Vater als Präsident mitbekommen habe, fand ich es schon cool. Ich konnte es mir also vorstellen. Dass es wiederrum so schnell geht, hätte ich aber auch nicht gedacht. Ich verspüre das ganze Jahr schon Vorfreude, bin mir aber auch der großen Fußstapfen meiner Vorgänger bewusst. Thomas Köhl, mein Vater Klaus Auth, Udo Kirchrath und Thomas Gotta – Alle waren super Präsidenten, deren Erbe ich mich freue, anzutreten.

2. Dein Opa war Präsident, dein Vater war Präsident, jetzt du. Wurde es dir in die Wiege gelegt und was bedeutet es dir, diese Tradition fortzuführen?

M. Auth: In die Wiege gelegt ist ja immer so eine Sache. Wenn ich mich jetzt nicht dafür interessiert hätte, wäre es auch in Ordnung gewesen. Nichtsdestotrotz habe ich es natürlich immer mit- und erzählt bekommen, vor allem vom Papa. Meinen Opa habe ich leider nicht kennengelernt. Von daher hat es bestimmt etwas auf mich abgefärbt. Diese Tradition fortzuführen, ist schon ein bisschen ein Traum von mir gewesen. Ich merke es vor allem, wenn ich in der Sitzungsvorbereitung alte Reden vom Opa und Papa lese. Das ist echt schön, was man da noch so findet und vielleicht auch mitnehmen kann. Ich bin also schon stolz und freue mich auch besonders über meine Unterstützer, vor allem meinen Vizepräsidenten Philipp Köhl.

3. Du bist bei der TS nicht nur in Fastnacht, sondern auch anderweitig aktiv. Wo noch und was macht dir am meisten Spaß?

M. Auth: Ich spiele in der 3. Mannschaft der Turnerschaft aktiv Fußball, bin Jugendleiter des Gesamtvereins und damit Mitglied des Vorstands. Außerdem bin ich in der Abteilungsleitung UA und in der Leitung unseres Jugendausschusses, eine tolle Truppe und das Fundament der zukünftigen TS-Fastnacht. Am meisten Spaß machen mir natürlich die Fastnacht und der Fußball als Ausgleich.

4. Nun zum Kerngeschäft – Deine erste Sitzung steht an, schon nervös?

M. Auth: Noch nicht oder nur bedingt. Ich bekomme jetzt (noch) keine Schweißausbrüche, wenn ich an die Sitzung denke. Natürlich macht man sich über das Sitzungsprogramm immer wieder Gedanken, aber das ist denke ich normal. Mit dem Reden habe ich schon genügend Erfahrung, da bin ich nicht sehr nervös. Ich verspüre aktuell eher Vorfreude, als Nervosität.

5. Wie hast du deine erste Sitzung geplant? Worauf legst du wert?

M. Auth: Wir haben uns in der Abteilungsleitung viel unterhalten und ausgetauscht, im letzten Jahr bereits Kontakte geknüpft. Wir freuen uns auch wieder über bekannte Gesichter, die unsere Sitzung seit Jahren repräsentieren. Bisher lief alles relativ reibungslos und wenn ich doch mal den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe, bekam ich von der Abteilungsleitung Hilfe. Da hat man sich eben mal schnell getroffen und schon standen einem Problem drei Lösungen gegenüber. Generell bin ich ein Fan von der traditionellen Fastnacht. Ich warne immer wieder vor der „Verballermannisierung“ des Karnevals. Ich mag den Kölner Karneval und den geschichtlichen Hintergrund, warum es überhaupt Gardegruppen usw. gibt. Man muss natürlich einen Mix finden, um auch die jüngeren Leute abzuholen. Eine Sitzung sollte zur Party, aber auch mal zum Nachdenken anregen.

6. Die UA-Abteilung bei der TS ist seit einigen Jahren im Wandel. Wie würdest du diesen beschreiben?

M. Auth: Positiv! Philipp und ich haben den Herrenelferrat vor einigen Jahren ergänzt und sehen uns auch als eine Art Bindeglied zur jüngeren Generation. Das hat dann immer mehr Jugendliche angesteckt, die uns beigetreten sind. So haben wir uns etwas verjüngt. Vereinsarbeit ist wichtig und dieses Gemeinschaftsgefühl ist spürbar ansteckend, das haben die Neuen sehr schnell gemerkt. Wir sind aber vor allem froh über die Erfahrenen, von denen wir viel lernen können, vor allem in Sachen Auf- und Abbau und die sich auch weiterhin sehr wohl fühlen in der Abteilung. Neue Ideen, die die Verjüngung mit sich bringen, tun uns auch sehr gut.

7. Als junger Präsident inmitten einer motivierten Abteilung. Was für ein Präsident möchtest du sein? Wofür steht Max Auth?

M. Auth: Ich möchte für alle ein offenes Ohr haben und präsent sein. Dass das funktionieren kann als junger Präsident, hat uns ja auch die Turngemeinde mit Sascha Reisert gezeigt, die sehr erfolgreich damit fahren. Ich bin also sehr optimistisch, dass das gut funktioniert. Ich stehe für eine traditionelle Fastnacht mit gesundem Mix für das gesamte Publikum. Ich stehe außerdem für Spaß, gute Stimmung und Blödsinn schwätze. Was mir allerdings auch wichtig ist, ist Disziplin. Dass wir alle an einem Strang ziehen und uns bestmöglich verkaufen und präsentieren.

8. Zum Schluss bitte ich um Aufklärung. Gerüchten zur Folge hörst du schon seit dem 11.11. Fastnachtsmusik, stimmt das? Wie kommen Familie, Freundin und Freunde damit zurecht?

M. Auth: Nicht nur, aber schon sehr viel. Meine Eltern haben realisiert, dass ich einen leichten Knacks habe, glaube ich (lacht). Die meisten sind erst genervt, singen dann aber doch lauthals mit und sind danach gut drauf. Ich verfolge die ganzen altbekannten Karnevalsgruppen wie die Höhner und beobachte, ob die neue Lieder rausbringen. Ich kann das Gerücht demnach nicht dementieren.

Zum Schluss haben wir ihn noch zwischen einigen Begriffen wählen lassen, hier seine Auswahl (fett gedruckt):

Cola oder Bier

Anzug oder TS-Pulli

Äppler süß oder sauer

Fastnachtsaufbau oder Abbau

Mikrofon oder Headset

Fahrrad oder Laufen

Boßeln oder Winterwanderung

Netflix oder Kino

Rot Scheiern oder Kulturhalle

Fußball oder Fastnacht

Fastnachtssamstag oder Rosenmontag

Orwisch oder Oweroure

Spanien oder Deutschland (wegen der Fastnacht)

Blond oder Brünett

Schlager/Après Ski oder Charts